Achtung Fehlprägung

Die ersten 6 – 9 Monate im Leben eines Alpaka Fohlens sind eine wichtige Prägephase. Das Fohlen lernt dann vieles fürs Leben und Sie als Mensch haben die entscheidende Aufgabe Ihr Fohlen in dieser Zeit optimal zu begleiten und eine Fehlprägung zu vermeiden.

 

Ganz wichtig: so niedlich die Kleinen auch sind und so gerne man sie streicheln und knuddeln möchte – das dürfen Sie nicht zu oft machen!! Sie riskieren damit eine Fehlprägung, die sich nicht mehr abtrainieren lässt. Der letzte Ausweg ist dann leider oftmals die Einschläferung des Alpakas.

 

Vor allem Hengstfohlen werden schnell fehlgeprägt. Ein Hengstfohlen, das ständig gestreichelt wurde, könnte Sie später als Artgenossen ansehen und jeden Respekt vor Ihnen abbauen. Denn entweder sieht der Hengst Sie dann irgendwann als Konkurrenten, den er um jeden Preis aus seinem Revier verjagen möchte, oder er sieht in Ihnen eine Stute, die er decken möchte. Ein ausgewachsener Hengst von 70 – 90 kg ist Ihnen körperlich weit überlegen. Somit dürfte beides für Sie wenig angenehm werden.

 

Dieses Verhalten nennt man Male Berserker Syndrom. Falls Sie schon mal einen Hengstkampf gesehen haben, dann wissen Sie ungefähr was auf Sie zukommen könnte. Daher beschränken Sie den Kontakt zu den Fohlen in den ersten 6 – 9 Monaten.

 

Auch Stuten können fehlgeprägt sein. Sie sind dann aufmüpfig und akzeptieren den Hengst schwer bis gar nicht. Je nach Ausprägung ist eine Zucht mit solchen Stuten nicht möglich.

 

Aber keine Angst, Sie können durchaus mal ein Fohlen streicheln und ein paar Übungen machen. Natürlich müssen Sie Ihr Fohlen auch mal wiegen oder behandeln. All das wird zu keiner Fehlprägung führen.

 

 

Was tun bei einem Flaschenkind?

Müssen Sie ein Fohlen mit der Flasche großziehen, so ist das Risiko der Fehlprägung natürlich wesentlich höher. Hier gilt vor allem: den Kontakt NUR auf die Flasche konzentrieren. Körperkontakt dabei möglichst komplett vermeiden. Das Fohlen unter keinen Umständen streicheln und knuddeln. Flasche hinhalten, am besten auch möglichst nicht mit dem Fohlen sprechen, austrinken lassen, weggehen. Ggf. hilft es, die Flasche durch den Zaun zu geben. Dann haben Sie auch eine optische Trennung.

 

Um der Fehlprägung vorzubeugen (und auch als Arbeitserleichterung) hat sich bei uns ein Tränkeautomat gut bewährt. Dort kann sich das Fohlen die Milch selbst holen und der Kontakt zum Menschen ist praktisch genauso wie mit einem von der Stute gesäugten Fohlen. Sprechen Sie uns an, wir geben Ihnen gerne Tipps dazu.